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Was tun bei schlechter Performance im Werbekonto?

November 24, 2025
Was ich als Meta Ads Freelancer mache – und warum „Nichts funktioniert” meist ein Systemproblem ist

Im Performance Marketing gibt es zwei Arten von Tagen:
Die, an denen Kampagnen wie eine Maschine laufen.
Und die, an denen nichts funktioniert: Kosten steigen, ROAS bricht ein.
Viele glauben sofort an ein Creative-Problem oder zu wenig Budget.
In der Praxis zeigt sich jedoch etwas anderes:

👉 Meta Ads scheitern öfter an Systemfehlern als an schlechten Creatives.
In diesem Artikel gebe ich Einblick in meine Arbeitsweise als Meta Ads Freelancer – und zeige, welche Audits, Tests und Frameworks ich nutze, wenn Accounts stagnieren oder komplett einbrechen.

1. Der wichtigste Teil meiner Arbeit: Pixel- und CAPI-Gesundheit sichern

Bevor ich irgendetwas an Creative, Targeting oder Budget ändere, führe ich einen Pixel Health Audit durch.
Warum?
Weil kein Algorithmus richtig optimieren kann, wenn:

  • Daten falsch ankommen
  • Daten doppelt ankommen
  • wichtige Events fehlen

Schon kleine Pixel-Probleme können ganze Accounts ruinieren.

Beispiel:
Wenn Browser Events deutlich höher sind als Server Events → künstlich hoher ROAS → System optimiert auf falsche Signale → echte Performance stürzt ab.

Was ich prüfe:

  • Ist das Pixel korrekt installiert?
  • Ist CAPI angebunden und hat „good“ oder „great“ Match Quality?
  • Funktioniert Event Deduplication?
  • Ist Automatic Advanced Matching aktiv?
  • Sind Events wirklich real-time?

Solange das nicht passt, ist jede Creative- oder Budgetdiskussion verfrüht.

2. Attribution entscheidet über Erfolg – nicht nur das Reporting

Viele Accounts stagnieren, weil sie mit View-Through Attribution arbeiten.
Das führt zu:

  • künstlich guten Zahlen
  • falschen Optimierungsentscheidungen
  • ineffizienten Budgets

Warum ich fast immer auf 7-Day-Click optimiere:

  • weniger Vanity Metrics
  • mehr echte Daten
  • bessere Skalierbarkeit
  • stabilere Auslieferung

Das wirkt anfangs wie schlechtere Ergebnisse – ist aber ehrlicher und lässt Meta tatsächlich lernen.

Wann 7-Day-Click NICHT sinnvoll ist:

  • extrem hoher AOV
  • zu wenig Conversion-Volumen
  • zu starke Single-Channel-Abhängigkeit

Genau diese Nuancen unterscheiden Amateur-Optimierung von systematischer.

3. Wenn Cost Caps nicht funktionieren – liegt es fast nie am Bidding

Ein Klassiker:
Kunde will Kostenkontrolle → wir setzen Cost Caps → Kampagne liefert nicht.

In 90 % der Fälle liegt das an:

  • fehlender Datenkonsolidierung
  • fehlender kreativer Vielfalt

Der wichtigste Punkt: Konsolidierung

Beispiel aus der Praxis:
Ein Account mit 250k+ Lifetime Spend bekam keine einzige 7-Day-Click-Kampagne aus dem Learning.

Warum?
Weil:

  • zu viele Kampagnen liefen
  • mit zu wenig Events pro Kampagne
  • und zu vielen kleinteiligen Strukturen

Meine Lösung:

  • Kampagnen zusammenführen
  • Wenige, starke Ad Sets
  • Ein Ad Set aktiv durch Learning pushen
  • Conversion-Rate verbessern
  • Creatives mit klarem Offer entwickeln

Erst wenn Daten verdichtet sind, funktionieren Cost Caps zuverlässig.

4. Creative Diversity ist der stärkste Performance-Hebel – nicht Targeting

Meta selbst sagt: 56 % der Auktionsergebnisse hängen allein vom Creative ab.

Viele Marken glauben an „das eine Creative“.
Das ist ein Fehler.

Meta bewertet Creatives anhand von Ähnlichkeiten.
Wenn deine Creatives zu ähnlich sind:

  • behandelt Meta sie als gleiche Entity
  • werden sie denselben Menschen ausgespielt
  • Reichweite stagniert
  • CPM steigt
  • CPA steigt

Meine Creative-Strategie basiert auf echter Diversifikation:

  • völlig unterschiedliche Visual Directions
  • verschiedene Offers
  • Formate mischen (UGC, Static, Motion, Testimonials, Split-Screen …)
  • unterschiedliche Personas & Kontexte
  • Content für verschiedene Awareness-Level

Ziel: dem System maximale neue Signale geben, um profitable Segmente zu finden.

5. Warum Entity IDs wichtiger für Skalierung sind als Creative IDs

Ein Thema, das kaum jemand versteht – aber extrem wichtig ist.

Entity ID = der visuelle Fingerabdruck eines Creatives.

Wenn zwei Creatives sich visuell ähneln, behandelt Meta sie als gleiche Entität, egal:

  • anderer Text
  • anderer Schnitt
  • andere Kampagne
  • andere Variation

→ Wenig Diversität → langsames Lernen → höhere Kosten → schlechte Skalierung

Meine Vorgehensweise:

Ich baue Kampagnen nicht mehr nach „neuer Idee = neue Kampagne“,
sondern nach Offer-Logik oder Produkt-Logik.

Neue Creatives landen in bestehenden Kampagnen → alle Daten sammeln sich an einem Ort → schnelleres Lernen.

6. Meine Arbeit als Freelancer: Struktur, Tests und klare Diagnosen

Viele Kunden buchen mich nicht für „Creative-Wechsel“, sondern für echte Ursachenforschung.

Meine Arbeitsweise umfasst immer:

  1. Tech Audit
    Pixel
    CAPI
    Deduplication
    Domain Events
    Signalqualität
  2. Performance Audit
    Attribution
    Accountstruktur
    Spend-Verteilung
    Frequenzen
    Creative-Rotationen
  3. Creative Audit
    Entity-ID-Analyse
    Visual Similarity
    Messaging-Matrix
    Offer-Matrix
  4. Scaling Framework
    Konsolidierung
    klare Budgets
    saubere Signals
    Kampagnen- und Creative-Testing
    Attribution-Tests (inkl. Incrementality)
  5. Ongoing Optimierung
    Creative-Produktion
    Testing Cycles
    Cost Control
    Funnel-Optimierung
7. Fazit: Meta Ads funktionieren – wenn man systematisch arbeitet

Wenn „nichts funktioniert“, liegt es selten an Meta.

Die wirklichen Ursachen sind meist:

  • fehlerhafte Daten
  • falsche Attribution
  • zu viele Kampagnen
  • zu wenig Creative-Diversität
  • Entity-ID-Probleme

Das Gute:
All das ist lösbar – mit einem strukturierten Ansatz.

Genau auf diesem Ansatz basiert meine Arbeit als Meta Ads Freelancer.